Rechtsanwälte G. mahnen für simsen.de

Samstag, 22. April 2006

In den letzten Tagen mehren sich die Meldungen und Beschwerden von Betroffenen, die erneut aufgefordert werden, angeblich noch ausstehende Forderungen für die Inanspruchnahme von simsen.de zu bezahlen. Andernfalls drohe die Zwangsvollstreckung und damit verbunden weitere Kosten in Höhe von mehreren hundert Euro.

Besonders erstaunlich ist, dass vielfach Personen betroffen sind, die sich vor dem 1. Februar 2006 bei simsen.de angemeldet haben. Wie sich dies mit der Verlautbarung der Verimount FZE LLC vereinbaren lässt, wonach diese Personen die Rechnungen als nichtig betrachten sollen, ist mir schleierhaft.

Die Mahnschreiben stammen von “G. Rechtsanwälte” und als Anschrift wird die “Tschaikowskistr. 38″ in Berlin angegeben. Teilweise waren die Empfänger verwundert darüber, dass unter dieser Anschrift in keinem Verzeichnis eine Kanzlei zu finden war. Dies lässt sich aber offenbar leicht erklären. Tatsächlich hat diese Kanzlei wohl ihren Sitz in der Kavalierstraße 1, 13187 Berlin. So teilte RA Michael C. Neubert in seinem LawBlog mit:

Diese Kanzlei hat mir auf telefonische Rückfrage bestätigt, dass man in der Tschaikowskistr. 38 extra ein Büro angemietet haben, um das Inkasso für Verimount bzw. simsen zu betreiben.

Die Anschrift in der Kavalierstraße findet man auch auf der Internetseite unter […], die allerdings nicht mehr online jedoch noch im google-cache zu finden ist. (Nachtrag: die Seite ist wieder erreichbar)

Das Vorgehen von Verimount ist tatsächlich beispielhaft. Gerade bei Forderungen, die auf äußerst wackligen Beinen stehen, wird häufig versucht die vermeintlichen Kunden massiv unter Druck zu setzen. Sie werden mit zahlreichen Rechnungen, Mahnungen, Inkasso- und Rechtsanwaltsschreiben überschüttet, es werden weitere hohe Kosten in Aussicht gestellt und man schreckt auch nicht vor der Ankündigung einer Strafanzeige zurück. Teilweise wird auch noch ein gerichtlicher Mahnbescheid beantragt, um die Drohkulisse perfekt zu machen. Leider klappt das auch in vielen Fällen. Viele Leute zahlen, einfach weil sie größeren Ärger befürchten (”Wir hatten doch noch nie etwas mit Gerichten zu tun”).

Wenn man diesen Einschüchterungsversuchen jedoch standhält und dem Mahnbescheid widerspricht, verläuft die Angelegenheit häufig im Sande. Der nächste Schritt - Erhebung einer Klage - wird also nicht mehr getan. Warum auch? Das Geschäft lohnt sich auch so. Die Ausfälle kann man getrost abschreiben, weil ein nicht unerheblicher Anteil dank der Einschüchterungen doch gezahlt hat. Es ist also leider davon auszugehen, dass sich letztlich dieses unlautere und rechtswidrige Verhalten nach wie vor rechnet (siehe hierzu auch eine Pressemitteilung des VZBV “Internet: Paradies für irreführenden und unlauteren Wettbewerb?“).

Aufgrund der zahlreichen Anfragen noch ein dringender Hinweis für die Fälle, in denen Minderjährige betroffen sind. Minderjährige sind nur beschränkt geschäftsfähig. Das bedeutet, dass sie - von einigen Ausnahmen abgesehen - Verträge nur mit Einverständnis der Eltern schließen können. Wird dieses Einverständnis verweigert, sind entsprechend abgegebene Erklärungen unwirksam und die Verträge hinfällig.

Vielfach erklären daher die Betreiber entsprechender Seiten, es bestünden Schadensersatzansprüche. Dies ist jedoch in aller Regel schlicht Blödsinn, da es an einem Vorsatz oder gar einer Schädigungsabsicht fehlt - bzw. diese jedenfalls von den Seitenbetreibern nicht bewiesen werden kann. Aus den selben Gründen laufen auch die Drohungen mit einer Strafanzeige wegen Betruges leer. Daher der Ratschlag an die Eltern: lassen Sie sich von solch dubiosen Unternehmern nicht einschüchtern!

Ältere Beiträge zu diesem Thema:
Schmidtlein GbR droht Minderjährigen mit Strafanzeige
Teurer Spaß Gratis-SMS

Und erneut der Hinweis auf einen Beitrag im Forum von Computerbetrug.de Grundlagen zur Bindung an Online-Abos

Nachtrag 03.01.2007
Nähere Informationen finden Betroffene in den FAQ zu Internet-Vertragsfallen.

Nachtrag 24.09.2009:
Im Hinblick darauf, dass der hierbeschriebene Vorfall inzwischen schon einige Jahre zurückliegt und dieser “Ausrutscher” dem Kollegen nicht ewig nachhängen soll, hab ich den Beitrag nun anonymisiert.

37 Kommentare zu “Rechtsanwälte G. mahnen für simsen.de”

  1.  
    30 — Fa. DataBuch Gladbeck
    8. Februar 2007 | 02:04
     

    Kann nur jedem abraten zu zahlen und Strafanzeige gg. das Inkassoinstitut Pro Ivent zu stellen. Mehrere Tausend Anzeigen liegen bereits vor. Sollten Sie dubiose Anschreiben der Rechtsanwälte Laeube & Hasenbäumer erhalten, erheben Sie schriftliche Beschwerde bei der Rechtsanwaltkammer in Hamm. Für weitere Auskünfte gerne bereit; databuch@gelsennet.de

  2.  
    29 — tara unkel
    27. Januar 2007 | 13:08
     

    Hallo,

    hier ein Link, welcher mich ein wenig irritiert: http://www.forderungseinzug.de

    Gruß Tara

  3.  
    28 — Ridha
    24. Januar 2007 | 09:23
     

    sorry 200 Euro

  4.  
    27 — Ridha
    24. Januar 2007 | 09:23
     

    So einen Brief vom Hasenbäumer hab ich jetzt auch,obwohl ich schon fast 2000 Euro an eine dubiose Inkassogesellschaft gezahlt habe.

  5.  
    26 — Ela
    21. Januar 2007 | 15:02
     

    Hallo didem,

    ich bzw. besser gesagt mein Vater kann auch ein Lied von diesen Androhungen singen.
    Nach einem ersten Schreiben der Fa. Verimount, welches sofort als 2. Mahnung deklariert war, habe ich entsprechend geantwortet. Hier habe ich aber nie eine Antwort erhalten. Anschließend kamen die Zahlungsaufforderungen des Pro Invent Billing Center. Auch hier wurde auf mein Anschreiben nicht reagiert. Am Freitag bekam er dann schließlich auch Post von den Rechtsanwälten Laeube & Hasenbäumer. Mittlerweile wollen die 165,53 € haben. Mein Vater hat sich nie bei simsen.de angemeldet. Der besitzt noch nicht mal ein Handy, geschweige denn, dass er weiß, wie er mit dem Internet ungehen, bzw. SMS versenden soll. Auf Nachfragen bzg. der gespeichterten Daten, E-Mail Adresse, Handy-Nummer, haben wir auch nie eine antwort erhalten.
    Nach einer Suche im Netz habe ich festgestellt, dass sich mittlerweile wohl auch die Staatsanwaltschaft Wien mit der Angelegenheit auseinander setzt.
    Ich habe den Anwälten nochmal entsprechendes geschrieben. Mal gucken was kommt.
    Zahlen werden wir auf keinen Fall.

    Gruß
    Ela

  6.  
    25 — didem
    19. Januar 2007 | 19:19
     

    boah leute wenn ich das hier lese kriege ich ein abraster die verarschen die leute nach strich und faden.es gibt sovieles was zeigt das diese […] einen abzoken der sitz in in österreich dann steht da was von DUBAI anschliesen haben sie eine bankverbing bei der dresdener bank und bei mir stand sparkasse herford..außerdem erhöhen sich die beträge wie sonstwas, die namen der websites werden geändert führen aber zu verimount komishc auch das die anwälte ständig gewechselt werden bei mir hieß der anwalt laeube und hasenbäumer südfeldstr. 2 32120 hiddenhausen so ich ahb nachgeguckt ob es so eien kanzlei gibt aber so richtig etwas ahbe ich nicht gefunden und jez leute kommt der hammer der anwalt hasenbaumer hat mit ein angebot gemacht er meinte wenn ich eine abfindung von 80 euro bezahle hat sich die sache erledigt.er kann aber nur soetwas sagen wenn er eien bevollmächtigung von verimount besitzt außerdem gab es leute die den betrag bezahlt haben aber trtozdem mit briefen atakiert wurden

    jeder schreibt was aber wir kommen nciht zu einer lösung

    was sollen wir machen????

    ich bin stink sauer

    p.s sorry für die schreibweise

    didem

  7.  
    24 — Nicole
    10. Oktober 2006 | 12:17
     

    Hallo,
    ich habe das gleiche Problem habe mich im Januar angemledet. Nur bei mir wollen die, die Kündigung nicht akzeptieren weil es angeblich eine Frist der Rückholaktion gab (laut E- mail von simsen) der 02.03.2006 und laut telefonat der 30.03.2006. Da ich im April erst gekündigt habe sehen die meine Kündigung als gegenstandslos und nerven mich auch mit Briefen. (trotz mehrfacher wiedersprüche)
    Aber wenn ich das hier lese bin ich zum Glück nicht die einzige.

  8.  
    23 — Klaus
    7. Oktober 2006 | 13:40
     

    Neue Variante:
    Pro Invent billing center wurde von mir per mail angeschrieben, dass ich keinesfalls zahlen werde, kein Vertrag, Betrugsversuch usw., würde mich beim Gerichtspräsidenten beschweren usf., dann bekam ich einen Brief vom IDS Inkassodienst mit gleichem Inhalt, d. h. Forderung von nunmehr 149,21 EURO, sie hätten jetzt die Inkassotätigkeit von Pro Invent billing center übernommen, Firmeninhaber ist immer Frank Babenhauserheide, meinetwegen kann sich Frankyboy gehackt legen…

  9.  
    22 — Adrian
    2. Oktober 2006 | 19:08
     

    Also die haben mich am 13. September das letzte mal angerufen und bis heute nicht mehr hoffe die haben kleinbei gegeben. Weil ich werde nicht bezahlen.

  10.  
    21 — sebastian
    24. September 2006 | 14:01
     

    Hab ebanfalls das Problem.Pro Invent nervt vt mit Mahnungen und Anrufen,obwohl ich nie irgendwelche Leistungen von simsen.de in anspruch genommen habe.Auch habe ich keine Rechnung oder I.Mahnung erhalten,sonder nur eine II Mahnung vom inkassko Unternehmen.
    Wie soll ich vorgehen? Könnte Hilfe gebrauchen.

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