Vorsicht bei Geburtstagsgeschenken von web.de

Friday, 23. June 2006

Die Verbraucherzentrale Berlin berichtet in einer aktuellen Pressemitteilung über ziemlich fragwürdige Werbemethoden von web.de

Viele Nutzer des kostenlosen E-Mail-Dienstes von web.de waren sicher sehr erfreut, als Ihnen als Geburtstagsgeschenk „3 Monate Premium E-Mail, im WEB.DE Club! Jetzt GRATIS!“ angeboten wurden. Die Freude währte jedoch oft nicht lange – spätestens als nach 3 Monaten eine Rechnung kam, dürfte sie sich in Ärger umgewandelt haben.

Schaut man genauer hin, findet man im Kleingedruckten der Anmeldung folgenden Hinweis: „Die Laufzeit beträgt 3 Monate. Möchten Sie danach Club-Mitglied bleiben, brauchen Sie nichts zu tun. Ihre Mitgliedschaft wird um 12 Monate verlängert (bei einer monatlichen Zahlungsweise von nur 5 Euro/Monat).“. Mit anderen Worten: wer das „Geburtstagsgeschenk“ annimmt und nichts weiter tut, steckt plötzlich unverhofft in einem langfristigen Vertrag mit erheblichen Kosten.

Ich bin sicher nicht der einzige, den das an die Abo-Fallen der Andreas & Manuel Schmidtlein GbR oder von Gratis-SMS-Anbietern wie simsen.de erinnert.

Jeder der in den letzten Wochen oder Monaten auch so ein “Geburtstagspaket” von web.de erhalten hat, sollte noch einmal sehr genau schauen, ob er nun tatsächlich Clubmitglied geworden ist und damit Gefahr läuft, dass er nach Ablauf der Testphase von drei Monaten zur Kasse gebeten wird. Innerhalb dieser Frist räumt web.de die Möglichkeit ein, die Clubmitgliedschaft ohne weiteres zu kündigen. Aber auch wenn dieser Zeitraum bereits verstrichen ist, ist man nicht ohne weiteres 12 Monate gebunden. So kann man weiterhin den Widerruf erkären, da die zweiwöchige Widerrufsfrist erst nach Ablauf der Probezeit beginnt.

Darüber hinaus kann der Kunde seine Willenserklärung nach § 119 Abs. 1 BGB wegen Irrtums anfechten, wenn er nicht wusste, dass er sich zu einem kostenpflichtigen Angebot angemeldet hat, als er den Button “Geburtstagsgeschenk auspacken” anklickte. Die Anfechtung muss unverzüglich – d.h. ohne schuldhaftes Zögern – nach Kenntnisnahme vom Anfechtungsgrund erfolgen. Entscheidend ist hierbei der Moment in dem web.de mitteilt, dass mit der Akzeptierung des Geschenkes gleichzeitig ein kostenpflichtiger Vertrag abgeschlossen wurde.

16 Comments zu 'Vorsicht bei Geburtstagsgeschenken von web.de'

  1.  
    RA Heiko Nock
    23. June 2006 | 13:15
     

    Die Anfechtung muss allerdings unverzüglich, d.h. ohne schuldhaftes Zögern erfolgen.

    Im übrigen stellt sich in solchen Fällen wohl eher die Frage, ob überhaupt ein Vertag zustande gekommen ist. Der setzt immer noch Einigung über die wesentlichen Vertragsbestandteile voraus, insbesondere über den Preis.

  2.  
    Ronny
    23. June 2006 | 14:30
     

    Danke für den Hinweis. Ja, die Anfechtung muss unverzüglich nach Kenntnisnahme von dem Anfechtungsgrund erfolgen. Entscheidend ist hierbei wohl der Moment in dem web.de mitteilt, dass mit der Akzeptierung des Geschenkes gleichzeitig ein kostenpflichtiger Vertrag abgeschlossen wurde.

    Was den zweiten Punkt angeht: diese Diskussion hatte ich schon seinerzeit bei den Abo-Seiten. Entscheidend ist ja zunächst einmal nur, wie für den Erklärungsempfänger (hier web.de) die Anmeldung redlicherweise zu verstehen ist. Dass der Erklärende (also der Nutzer) eigentlich etwas ganz anderes wollte, ist für den Vertragsschluss als solchen unerheblich – dies berechtigt dann lediglich zur Anfechtung.

  3.  
    Callboy Torsten
    27. June 2006 | 00:05
     

    ich hatte mal rechtzeitig gekündigt bei web.de mit den Geburtsstagsgeschenk und bei den muß der Brief verlohren gegangen sein und daraufhin kamen Mahnungen – ich habe bis heute nichts bezahlt – werde ich auch nicht – meine E-Mail war für ca 3/4 Jahr gesperrt – hat mich aber eh wenig gestört , weil ich nicht auf die angewiesen bin . im Augenblick ist die Mail von mir offen – verscheinlich weil diese viele Schlagzeilen haben

  4.  
    mx
    11. July 2006 | 23:26
     

    Im Internet gibt es NICHTS umsonst. Warum sollte jemand sich 500 Server und weitere Infrastruktur für Millionen Euro hinstellen? Nur damit Sie weltweit ihre Mail (vermeintlich) UMSONST abrufen können?
    Ich würde da mal drüber nachdenken! Da kann was nicht stimmen.

    Und ich würde zu einem Provider gehen bei dem ich für gute Leistung incl. Datenschutz zahle. Der hat es dann nicht nötig in meinen Mails und sozialen Verbindungen zu schnüffeln um per Data mining irgend einen Verkaufserfog zu generieren….

  5.  
    Peter
    17. September 2006 | 10:27
     

    Bin auch reingefallen und habe per Fax wiedersprochen. Faxe wurden von WEB.DE ganz einfach ignoriert. Ohne Einschreiben geht hier nichts mehr. Hätte ich nicht gedacht von WEB.DE, dass hier mit Klick-Tricks Bürger über den den Tisch gezogen werden. Das Geschäftgebaren von WEB.DE ist skandalös. Angeblich hätte ich bereits mehrere Mahnungen erhalten. War jedoch alles frei erfunden. WEB. DE hat mit der Verteilung kostenloser E-Mail Konten seine Position im Marksegment ausgebaut und will mit dieser Aktionen nun wohl die “Schnorrer” von den zahlenden Kunden trennen. Mich jedenfalls hat es dazu bewogen in Zukunft bei der Auswahl von Mehrwertdiensten (DSL, VOIP, etc.) Web DE aufgrund dieses Geschäftsgebaren jetzt und für die Zukunft nachhaltig auszublenden.

  6.  
    Andreas
    5. March 2008 | 13:24
     

    Update Febr. 2008 – Es hat sich an web.de”s Machenschaften hinsichtlich der Clubmitgliedschaft rein gar nix geändert. Lieder bin ich auch Opfer dieser äußerst Fragwürdigen “Zwangsmitgliedschaft” geworden. aufgefallen ist es mir erst nachdem ich eine Mitteilung erhalten habe das ich für eine 12 Monats Dauer jetzt jeden Monat 5 EUR bezahlen muss. Ich habe web.de darauf schriftlich mitgeteilt das ich hierzu einen von mir persönlich abgesegeneten Vertrag zu sehen bekommen will, und weiterhin habe ich mich auf einige Punkte des Fernabsatzgesetztes bezogen. Mal schauen was kommt, eins ist kalr – bezahlt wird auf gar keinen Fall !

  7.  
    oksana
    24. November 2008 | 16:23
     

    warum ich bezahlen soll

  8.  
    Karl-Heinz
    12. July 2009 | 10:58
     

    WEB.de macht lustig weiter. Einige Jahre habe ich zu Hause sporadisch WEB.de als kostenlosen E-maildienst genutzt. Irgend wann im Herbst 2008 (es kann auch ein Geburtstagsgeschenk gewesen sein), habe ich auf meinem privaten PC etwas “angeklickt” und nicht weiter beachtet. Da ich den privaten PC nur selten nutze und zu Hause auch nur ganz wenige E-Mails empfange, habe ich erst Ende Dezember eine E-Mail von WEB.de gelesen, dass ich nunmehr Clubmitglied sei und dafür monatlich nur 5,-€ überweisen müsse.
    Das gleiche Spiel wie bei Tausenden. Ich habe widersprochen und mitgeteilt, dass ich keinen Vertrag geschlossen habe und daher auch nichts zu kündigen habe. Von Stund an habe ich WEB.de vom PC gelöscht und auch meine E-Mailadresse nicht mehr genutzt. Daher habe ich auch keine Ahnung, was mir auf elektronischem Wege noch alles mitgeteilt wurde.
    Auf meinen Brief (per Fax) vom 29.12.08 habe ich keine Antwort erhalten und war der Meinung, dass alles vorbei sei.
    Bis ich am 24.03.09 eine Forderung des BID -Inkassodienst über 75,31 € in meinem Briefkasten fand. Beigefügt war ein Vordruck, der dem Inhalt nach einen Stundungsvertrag gleich kommt.
    Diesem BID habe ich postendend geantwortet und jegliche Zahlung abgelehnt. Mit gleicher Post habe ich WEB.de informiert, sie aufgefordert, weitere Belästigungen zu unterlassen und ihren Auftrag bei diesem Inkassodienst zurückzuziehen. Offensichtlich erfolglos, denn kurze zeit später erhielt ich mit Datum am 1.April einen Vergleichsvorschlag vom BID in Höhe von 47,67 €.
    Trotz anders lautender Vorschläge habe ich dem BID geantwortet und auch diese Zahlung abgelehnt.
    Seit April war dann Ruhe, bis heute. Jetzt habe ich doch wieder Post von WEB.de. Leider werde ich nicht erfahren, was die mir mitzuteilen haben. Zusammen mit den Kopieen meiner früheren Schreiben werde ich den ungeöffneten Brief an WEB.de senden.

  9.  
    André 85
    30. July 2009 | 13:00
     

    Auch bei mir ist es das selbe mit dem Gratis premiumaccount, ich weiss aber zu 95% dass ich damals die AGB´s durchgelesen habe und darin stand wenn ich nach ablauf der 30 Tage premium nichts unternehme würde die premiummitgliedschaft automatisch beendet. Dies war abe3r nicht so ich erhielt eine Mahnung per e-mail und dann folgte die sperrung des accounts nach der Zahlung von 20 Euro (3monate Nutzung und 5 Euro Mahngebühren) wurde dieser wieder freigegeben aber noch immer ein Premiummitglied. Nun habe ich gekündigt und eine Mail erhalten, dass die Mitgliedschaft zum 31.05.2010 angenommen wurde. Ja ihr habt richtig gehört zum 31.05.2010. Das sind weitere 10 Monate. Das kann doch nicht deren ernst sein.

  10.  
    F.
    9. August 2009 | 13:48
     

    Wollte rechtzeitig per Anruf kündigen, Kommentar “Sie haben eindeutig Fakedaten angegeben, bitte schicken Sie uns per Fax eine Kopie ihres Persos”; Ich denke mir: “Ich habe unter diesen Fakedaten (d.h. kein richtiger Name und ungueltige Adresse) den angebl. Vertrag, d.h. die Probemitgliedschaft fuer 3 Monate angenommen, moechte also auch unter diesen Daten kündigen und nicht meine richtigen (ganze Kopie des Persos, hallo?!?) preisgeben.” – habe meinen Account jetzt 3 Monate lang (schon 5 Jahre Kunde + Geburtstag = 6 Monate kostenlose Mitgliedschaft) bis nun Auslauf der Probemitgliedschaft nicht besucht, hoffe also, dass dieser von allein gelöscht wird, bzw. web.de keinen Zugriff mehr auf mich hat. – Was meint ihr?

  11.  
    André 85
    10. August 2009 | 17:51
     

    hat sich mal einer an die verbraucherschutzzentrale gewandt?
    Ich werde mal nachforschen was die zu solchen mitteln sagen und vielleicht haben Sie eine Gute Lösung für diese Betrugsmasche. Ich persönlich mache es denke ich wie Karl-Heinz. Ich habe ebenfalls nicht vor weitere Zahlungen Vorzunehmen

  12.  
    Kalle
    3. September 2009 | 15:37
     

    Hallo André 85, auch ich bin reigelegt worden. Man hatte mich von web. de angerufen und gesagt ich könne das Geschenk ruhig annehmen, man würde sich wiedrum telefonisch bei mir melden, ob ich dann tatsächlich die Mitgliedschaft behalten möchte. Dieser Anruf kam nie und wurde direkt dementiert. ich habe dann alles versucht um die Mitgliedschaft abzuwenden(benutze die Möglichkeiten gar nicht) darauf hat man sich nicht eingelassen. Das sind wirklich VERBRECHER. Leider habe ich nicht die finaziellen Mittel diesen Gaunern rechtl. Paroli zu bieten.
    Ich verstehe nicht, das man hier diese offensichtlichen Betrügereien nicht endlich über die Staatsgewalt beendet, es scheint trotz hunderten von Geschädigten, keinen zu interessieren.
    Habe die 15 Euro überwiesen, mein Konto kann ich immer noch nicht nutzen.
    Angeblich kommen noch weitere Kosten über ein Inkassobüro auf mich zu.
    Habe allerding nie einen entsprechenden Schriftverkehr erhalten.
    Werde mal abwarten was sich diese Drecksäcke noch einfallen lassen

  13.  
    6. October 2009 | 10:29
     

    [...] Dienstag, 15. September 2009 „Dankeschön auspacken“ – ein Fall irreführender Blickfangwerbung Vorsicht bei Geburtstagsgeschenken von web.de Ich hoffe es hilft ein wenig weiter , wenn noch Jemand von Euch so einen Mahnbescheid bekommt. [...]

  14.  
    red-baron1
    16. December 2009 | 21:33
     

    He Kalle, ich hoffe du liest das hier! Wenn du nicht allzu vermögend bist, kannst du zu deinem örtlichen Amtsgericht gehen und einen Antrag auf (Prozesskostenhilfe) stellen. Damit kannst du dann für 10 € Eigenbeteiligung zu einem Anwalt deiner Wahl!

  15.  
    kaum_zu_glauben
    14. April 2010 | 07:16
     

    das ist eine wahre sauerei….ich habe mir bevor sich mein web.de geburtstagsgeschenk in eine saftige rechnung umgewandelt hat, einen msn messenger der wie bekannt kostenlos zum download steht, runtergeladen und bin dabei auf die seite TOP SOFTWARE gelangt die für meinen download 90 euro berechneten….betrüger vom feinsten….web.de hat mir keinerlei rechnungen geschickt, diese aber in rechnung gestellt. da ich zu vor auf top software reingefallen bin, habe ich mich nicht weiter um diese web.de forderung gekümmert, da ich wissentlich keinen vertrag mit dieser firma abgeschlossen habe…..UNWISSENTLICH schon. Inkassobüro war dir folge und innerhalb von 4 monaten nach rechnung erschlich sich diese von 35 auf 175 euro. man drohte mir sogar mit strafanzeige. mein fazit dazu…..wenn man menschen abzocken will….dann mach es im großem stiel dann passiert dir nichts….als kleiner fisch geht man schnell hinter gitter….das soll hier aber niemanden dazu ansporen die menschheit aufs kreuz zulegen….eine riesen schweinerei

  16.  
    Denis
    4. June 2010 | 13:22
     

    Hallo. Ich bin damals auch in diese Falle getappt, habe dann Mahnungen bekommen und natürlich Angst bekommen und hab teilweise überwiesen. Ein Restbetrag blieb aus, da ich dann im Internet gesucht habe und gesehen habe, dass es Abzocke ist.
    Jetzt habe ich einen Vollstreckungsbescheid vom Amtsgericht Coburg erhalten, vorher natürlich Kontakt mit der netten Frau Feyler gehabt.

    Ist das nun Alles Rechtens und hab ich das Problem oder kann ich dagegen noch angehen?!

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