Berechnung der Lebenserwartung für 59 Euro

Donnerstag, 24. August 2006

Während ich im Urlaub war, erhielt ich sowohl in den Kommentaren als auch per E-Mail und telefonisch zahlreiche Anfragen zur Seite lebensprognose.com der Xentria AG. Daher möchte ich die Gelegenheit noch einmal nutzen und darauf hinweisen, dass ich hier im Blog keinerlei individuelle Rechtsberatung vornehmen will und darf. Auf verbraucherrechtliches.de möchte ich lediglich allgemeine Informationen zu beschriebenen Problemen oder “Abzocke”-Maschen bieten. Ich hoffe, dass diese für sich bereits hilfreich sind. Wenn darüber hinaus noch (auf den individuellen Fall bezogene) Fragen bestehen, bleibt für die Betroffenen nichts anderes übrig, als sich an eine Beratungsstelle einer Verbraucherzentrale oder an einen Rechtsanwalt zu wenden.

Nun aber zu der Seite lebensprognose.com (auch erreichbar unter lebensvorschau.com/wiealt):

Hier wird versprochen, man könne seine Lebenswartung ermitteln:

Testen Sie heute Ihre Lebenserwartung nach einer Statistischen Auswertung! Innerhalb weniger Minuten wissen Sie, wie alt Sie werden

Und um das restliche Leben dann auch entsprechend zu genießen, kann man gleich noch an einem Gewinnspiel für einen “Luxus Wellness-Urlaub nach Dubai” teilnehmen.

Derartige Lebenerwartungsberechnungen gibt es im Netz ja viele - in aller Regel sind diese auch kostenlos. Nicht jedoch hier. Im Kleingedruckten findet man den Hinweis, dass der “lebensprognose.com Service” einmalig 59 Euro kostet. Das erfahren die Betroffenen jedoch meist erst, wenn sie den Test bereits absolviert haben und die Rechnung erhalten.

Ob die Betreiber der Seite bei der Berechnung der Lebenserwartung wohl den Schreck und Ärger berücksichtigt haben, den Sie durch die Rechnung und die weiteren Geldeintreibungsversuche verursachen? Ein paar Monate wird man hierfür vielleicht abziehen müssen.

Wie dem auch sei. Was die rechtliche Bewertung angeht, kann ich es mir hier einfach machen und auf meine Ausführungen im Beitrag Vorgehen bei ungewollten Internet-Abo-Verträgen verweisen. Zwar handelt sich bei dem Angebot auf lebensprognose.com nicht um eine “Abo-Seite”. Das zentrale Problem ist jedoch identisch: es wird nur sehr undeutlich auf eine Kostenpflicht hingewiesen. Welche rechtlichen Folgen dies hat und wie die Betroffenen reagieren sollten, hab ich in dem genannten Artikel ausführlich beschrieben.

Nachtrag 03.01.2007
Nähere Informationen finden Betroffene in den FAQ zu Internet-Vertragsfallen.

946 Kommentare zu “Berechnung der Lebenserwartung für 59 Euro”

  1.  
    680 — Thomas
    7. Februar 2007 | 23:33
     

    sie haben auf der lifeprognose.com seite sogar das mit den 59€ weiter oben hin gelegt. leider. das macht das ganze eben sichtbarer weil es schon fast in der mitte steht. und ein neuer besitzer steht nun auch bei dem Impressum.

  2.  
    679 — Karl
    7. Februar 2007 | 22:01
     

    Habe ne Frage diesbezüglich…
    Ich hab nämlich auch bei lebensprognose.com mitgemacht und wollte nur mal wissen, ob die überhaupt befugt sind, mittels Handynummer Namen und Adresse ausfindig zu machen…(Handyvertrag läuft auf meinem Vater)
    Wenn nicht, bin ich komplett außer Gefahr ^^
    Danke im Voraus für eine Antwort :)

  3.  
    678 — Sebastian
    7. Februar 2007 | 20:23
     

    @ Klaus Ich Hatte Auch Nicht Vor Denen Zu Zahlen ;) Und Werde Weitere Briefe Von Denen Ignorieren^^

  4.  
    677 — Klaus
    7. Februar 2007 | 19:33
     

    @ Sebastian: Wenn Du Dir unter dem Link “FAQ: Internet-Vertragsfallen” den Punkt 1. anschaust, wirst Du feststellen, dass man sich auch dann wehren kann, wenn man den Test gemacht hat (so wie ich auch)! Es gilt, einfach durchzuhalten und sich nicht einschüchtern zu lassen! Mit dieser unzureichenden Preisinfo und dem völlig überzogenen Preis für diese ach so tolle “Leistung” werden die einer gerichtlichen Prüfung niemals standhalten können. Und das wissen die auch! Ausserdem wäre der Kostenaufwand dafür viel zu hoch!
    Also, Kopf hoch, durchhalten und nicht zahlen!

    MfG Klaus

  5.  
    676 — Emre
    7. Februar 2007 | 19:29
     

    die haben jetzt auch ihre internetseite geändert. die heisst jetzt: lifeprognose.com
    von der gestaltung der website ist es die selbe…..sind in der zwischenzeit net schlauer geworden!!! :D :D :D

  6.  
    675 — Emre
    7. Februar 2007 | 19:27
     

    ich versteh das irgendwie net. ich habe denen schon mal gesagt, dass ich minderjährig bin (13) aber irgendwie checken die es net und erzählen was von falschen daten, gesetzlich verboten, ….

  7.  
    674 — Emre
    7. Februar 2007 | 19:24
     

    hi bin es mal wieder!! die haben mir wieder eine mahnung geschickt. die 2. bis jetzt. die sagen: ich solle zahlen und ihnen meine richtigen daten schicken. die haben wahrscheinlich schon so ein inkassobrief geschickt, aber an die falsche adresse ( in aschaffenburg :D ) !!! was würdet ihr mir vorschlagen zu tun

  8.  
    673 — arthur
    7. Februar 2007 | 17:07
     

    glaube die sind am ende die gibt es nicht mehr denk ich mal sollte schon vor 2wochen 59euro zahlen habe nichts gemacht und auch nichts bekommen keinen inkasso oder so alos alles gut euch allen

  9.  
    672 — Sebastian
    7. Februar 2007 | 15:42
     

    Hi Klaus^^
    Also Ich Hab Auch Einen Musterbrief Der Verbraucherzentralle Berlin An DIE Geschickt… Nun Kam Per E-mail Eine Absage. Ich Muss Zahlen Auch Wenn Nur Unscheinbar Auf Die Kostenfolge Hingewiesen Wird, Ich Hab Den Test Gemacht Und Somit Muss Ich Ihn Auch Bezahlen…
    Einfach Lächerlich!

  10.  
    671 — Manu
    7. Februar 2007 | 15:17
     

    Unser 12jähriger Sohn hat auch durch ein Werbe-Popup die Lebensprognose genutzt, dabei natürlich ein falsches Geburtsjahr angegeben. Die sämtlichen Rechnungs-Forderung dieser dubiosen Firma kamen alle an seine e-mail und gingen automatisch in sein spam-Fach, so das wir erstmal nichts mitgekriegt haben. Bis dann per Post eine Zahlungserinnerung kam. Daraufhin nutzten wir die Rechtsberatung der “Computerbild” wo uns geraten wurde zu wiedersprechen und das per Fax zu schicken. Fax-Nr. begann mit 0042 was die Ländereinwahl von Tschechien ist. Angekommen muß das Fax jedoch in Deutschland sein, denn auf dem Faxbericht begann die Nr. mit 0049, also Deutschland. Finde ich sehr misteriös. Wir wurden auf den Taschengeldparagrphen verwiesen, sollen also zahlen. Nach einer Weile der Ruhe kam heute ein Brief von der Deutschen Inkassostelle. Forderung beträgt nun schon 91,66! Wir ziehen das durch, notfalls mit Anwalt. Bin mir nun nur nicht sicher, ob ich noch einen Wiederspruch ans Inkassobüro schreiben soll, oder einfach ignorieren!
    Mfg Manu

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Bitte keine Anfragen "Was soll ich tun?", "Wie soll ich mich verhalten?". In den meisten Fällen sind diese Fragen völlig überflüssig, weil die nötigen Informationen in dem Artikel stehen oder jedenfalls bereits entsprechend verlinkt sind. Wer darüber hinaus eine individuelle Rechtsberatung wünscht, muss sich an eine Verbraucherzentrale oder an einen Anwalt wenden.

Nachtrag: Da dieser Hinweis offenbar nicht fruchtet, werden ab sofort jegliche Anfragen nach rechtlicher Beratung nicht mehr freigeschaltet bzw. gelöscht. Tut mir leid, aber sonst quellen die Kommentare über.

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