Anneliese aufgepasst - Callux Inkasso will unberechtigt Geld

Mittwoch, 26. November 2008

Aktuell erhalten zahlreiche Damen namens “Anneliese” von “Callux Forderungsmanagement” aus Dresden (Geschäftsführer: Dr. Sören Weber) Briefe mit der Aufforderung, offene Forderungen aus “Call by Call, Telefonvorwahl, Sparvorwahl” zu begleichen.

Diese Schreiben sind äußerst dubios. So sieht es zunächst noch wie ein merkwürdiger Zufall aus, dass in allen Fällen – die der Verbraucherzentrale vorliegen – entweder ein Betrag von 17,26 € oder von 35,20 € gefordert wird. Als Hauptforderung für die Call-by-Call-Nutzung werden jeweils entweder 3,78 € oder 19,14 € berechnet, hinzu kommen Zinsen und die Inkassokosten von 12,85 €.

Die Verbraucherzentrale Berlin hat seit gestern schon über 40 Fälle gesammelt.

Endgültig zweifeln lässt jedoch die Tatsache, dass alle (!) angeschriebenen Verbraucherinnen “Anneliese” mit Vornamen heißen, dass bei allen die identische Vorgangs- oder Kundennummer (K/012-550) verwendet wird und dass es in allen Fällen um eine “Offene Forderung vom 12.10.2006″ geht.

Komplett verschwiegen wird hingegen, wer der „Call-by-Call“-Anbieter ist, den die betroffenen Verbraucherinnen genutzt haben sollen.

Einige der Damen haben bereits bei der Telekom nachgefragt. Deren Hinweis war eindeutig: “Das ist Betrug, zahlen Sie nicht. Sie haben eine Einzugsermächtigung und alle unsere die Rechnungen immer bezahlt. Offene Call-by-Call-Rechnungen kann es also nicht geben.”

Auch die Verbraucherzentrale Berlin rät: Nicht zahlen!

Nun stellt sich die Frage, warum Callux offenbar ausschließlich Verbraucherinnen mit dem Vornamen “Anneliese” anschreibt. Denkbare Erklärung wäre, dass so vor allem ältere Damen heißen und Callux sich vielleicht verspricht, diese Klientel besonders leicht einschüchtern zu können.

[via Verbraucherzentrale Berlin]

Nachtrag: Auch die Polizei Bielefeld warnt in einer Pressemitteilung bereits vor den Briefen von Callux. In der Neuen Westfälischen Zeitung wird der Polizeisprecher Martin Schulz mit der Aussage zitiert

Hinter der angegebenen Adresse versteckt sich eine polizeibekannte Person

Die Verbraucherzentrale Berlin hat inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Dresden Strafanzeige erstattet.

44 Kommentare zu “Anneliese aufgepasst - Callux Inkasso will unberechtigt Geld”

  1.  
    30 — Falk Auert
    28. November 2008 | 00:55
     

    alle geschädigten sollten unbedingt selbst anzeige auf ihrem polizeiabschnitt erstatten … nur durch eine hohe anzahl anzeigen wird die strafverfolgungsbehörde unter druck gesetzt, schnell etwas zu unternehmen - z.b. das konto der firma zu sperren, damit die gelder, die mit sicherheit eingehen werden, nicht abgehoben werden können … es wird sicherlich genug omis geben, die einfach überweisen, weil sie sich nicht auskennen und selbst kein internet haben … “es sind ja nur kleine beträge” …

  2.  
    29 — Ingo
    27. November 2008 | 22:37
     

    Habe heute zufällig mit meiner (Ex) Schwiegermutter (78) telefoniert und nebenbei erfahren, was sie für einen Brief von Callux bekommen hat. Dank I-net wußte ich gleich was los ist. Natürlich wird nicht gezahlt. Gleich morgen wird die Polizei und Presse informiert. Gruß aus dem Erzgebirge…

  3.  
    27. November 2008 | 21:51
     

    […] Verbraucherrechtliches.de / Zum Artikel Mehr zu: Call-by-Call, Callux Forderungsmanagement, Dr. Sören Weber, Dubios, Inkassobüro, […]

  4.  
    27 — Remsing
    27. November 2008 | 18:38
     

    Auch meine Schwiegermutter hat am 25.11. so ein Schreiben erhalten. Daraufhin habe ich gestern Strafanzeige bei der Bochumer Polizei gestellt.

  5.  
    26 — Berger, Anneliese
    27. November 2008 | 17:34
     

    Auch wir haben einen >Brief von dieser Fa. erhalten. Eine Zahlung erfolgt nicht unsererseits. DSaten stimmen genau überein wie bereits angegeben.

  6.  
    27. November 2008 | 16:49
     

    Auch ich habe von dieser dubiosen Firma ein Schreiben erhalten. Sollte sich es im äüßersten Fall um eine berechtigte Forderung halten, so verjährt diese nach unserem BGB sowieso mit ablauf diesen Jahres. Sollte keine Zahlungsanerkennung voraus gehen. Also am besten bis an Silvester nicht mit der Firma in kontakt treten und die Sache hat sich sowieso erledigt. Kein Panik und keine Angstschübe. Gruß aus BW.

  7.  
    24 — Anneliese E.
    27. November 2008 | 16:45
     

    Bei uns beträgt die Ursprungsforderung ‘nur’ 6,81 €, Gesamtbetrag 20,80 €, ansonsten (nummern etc.) alles identisch mit den bereits genannten Daten.

  8.  
    23 — Anneliese Rahden
    27. November 2008 | 16:43
     

    Auch ich abe eine Forderung von 20,80 € bekommen. Diese ist vom 02.2006-11.2006

  9.  
    22 — Gerd-Detlef Vogel
    27. November 2008 | 15:40
     

    Noch immer arbeitet diese Firma völlig ungestraft. Meine 81-jährige Tante erhielt diesen Brief am 24.11.2008, hatte zwei schlaflose Nächte und wollte aus Angst sofort bezahlen. Was ist nur los in diesem Land in dem Betrüger in großem Rahmen alte Menschen schamlos betrügen können und der Justiz dies ziemlich gleichgültig ist. Wie nett, dass wenigstens die Polizei warnt. Danke auch, dass sie diese Seite ins Internet gestellt haben. Sonst hätte ich noch RA-Gebühren bezahlen müssen. Warum prangert nur niemand die auf vielen Gebieten dieser Art desinteressierte Justiz an ?
    Gerd-Detlef Vogell

  10.  
    21 — Anneliese Schleufe
    27. November 2008 | 15:04
     

    Hallo auch ich heisse Anneliese und hab einen Brief wie beschrieben bekommen.
    ,aber unter meinem alten Fam.Namen und an meine alte Adresse,wurde mir nach gesende. Die Forderung ist auch 17,26 €. Habe mich gleich an die Zeitung gewendet,dem Diepholzer Kreisblatt , wo ein Artikel dazu veröffentlicht wird.Bitte an alle, wendet Euch an die Zeitungen damit es auch Menschen ohne Internet lesen können.
    A.Schleufe

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Bitte keine Anfragen "Was soll ich tun?", "Wie soll ich mich verhalten?". In den meisten Fällen sind diese Fragen völlig überflüssig, weil die nötigen Informationen in dem Artikel stehen oder jedenfalls bereits entsprechend verlinkt sind. Wer darüber hinaus eine individuelle Rechtsberatung wünscht, muss sich an eine Verbraucherzentrale oder an einen Anwalt wenden.

Nachtrag: Da dieser Hinweis offenbar nicht fruchtet, werden ab sofort jegliche Anfragen nach rechtlicher Beratung nicht mehr freigeschaltet bzw. gelöscht. Tut mir leid, aber sonst quellen die Kommentare über.

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