Müssen wir wirklich so weit gehen?

Einige Inkassounternehmen scheuen wirklich nicht davor zurück, sich lächerlich zu machen. So auch ConKred Inkasso GmbH, von denen ich einen Brief folgenden Inhalts erhielt

MÜSSEN WIR WIRKLICH SO WEIT GEHEN?

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Jahn,

DAS KANN DOCH NICHT IM SINN IHRER MANDANTSCHAFT SEIN!

Wir können uns nicht vorstellen, dass eine gerichtliche Geltendmachung der Forderung mit eventuell anschließender Vollstreckung gewünscht wird. Die Verfahrens-Kosten würden sich nur unnötig erhöhen. Ist das wirklich gewollt? Überdenken Sie lieber noch einmal, ob Sie das Ihrer Mandantschaft nicht ersparen möchten.
Bitte veranlassen Sie umgehend die Zahlung der Forderung.

Die Hervorhebungen wurden genau so auch im Original gestaltet.

Vorausgegangen war ein kurzer Schriftwechsel, in dem wir die geltend gemachte Forderung grundsätzlich bestritten und auf den Rechtsweg verwiesen haben. Davor schreckt ConKred Inkasso offenbar zurück und versucht es nun noch einmal mit Säbelrasseln – bzw. mit Formulierungen, die eher an die eines verzweifelten Pädagogen erinnern. Eigentlich fehlt nur die Drohung, dass sie mich ohne Abendessen ins Bett schicken.

Wobei ich davon ausgehe, dass sie nicht ernsthaft meinen, ich würde nun aufgrund der Information über die potentiell anstehenden Kosten unsere bisherige Rechtsposition aufgeben. Offenbar geht es eher darum, bei der Mandantin den Eindruck zu vermitteln, sie sei schlecht beraten. Ein ziemlich plumper Versuch.

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